Einladung

StakeholderDialog:
Digitale Transformation gemeinsam gestalten

Betriebsrätemodernisierungsgesetz: Betriebsratswahl 2022 und Digitalisierung - was ist zwingend zu beachten?

Mehr über den Ablauf und die Inhalte des nächsten StakeholderDialogs:

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Betriebsrätemodernisierungsgesetz: Betriebsratswahl 2022 und Digitalisierung - was ist zwingend zu beachten?

 

Mit dem Betriebsrätemodernisierungsgesetz hat der Gesetzgeber nicht nur vermeintliche Impulse zur Digitalisierung der Betriebsverfassung geliefert, sondern auch Regelungen im Zusammenhang mit der Betriebsratswahl angepasst. So wurde das vereinfachte Wahlverfahren ausgeweitet und der Kündigungsschutz für so genannte Vorfeld-Initiatoren einer Betriebsratswahl eingeführt. Mit Blick auf die im kommenden Jahr in vielen Unternehmen anstehenden Betriebsratswahlen sollten sich sowohl Betriebsräte als auch Unternehmen mit den rechtlichen Vorgaben dringend befassen.

 

Ebenso zentral ist ein Dialog der Betriebsparteien darüber, wie die Kommunikation und die Verhandlung im Rahmen der digitalen Transformation aussehen soll. Die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 werden nicht kleiner und viele Themen können schon mit Blick auf die gesetzlichen Beteiligungsrechte nur gemeinsam bewältigt werden.

 

Nach einem kurzen Impuls zu ausgewählten Neuregelungen durch Herrn Rechtsanwalt Dr. Köllmann möchten wir gerne im bewährten Format mit Ihnen über bisherige Erfahrungen und Erwartungen diskutieren:

 

  • Vor- und Nachteile des vereinfachten Wahlverfahrens: Welche Chancen und Risiken bestehen gerade in kleinen Unternehmen durch die (erleichterte) Gründung von Betriebsräten?
  • Neugründung von Betriebsräten: Ein Misstrauensvotum gegen das Unternehmen oder eine Chance für einen gemeinsamen Weg?
  • Gut vorbereitet in die Betriebsratswahl: Wo besteht noch Nachholbedarf und was sind die wichtigsten Aspekte?
  • Neuer Kündigungsschutz: Ist der Schutz der Vorfeld-Initiatoren wirklich erforderlich?
  • Geschäftsordnung des Betriebsrats: Seit der gesetzlichen Möglichkeit zur Online-Betriebsratssitzung Pflicht?
  • Wachsende Verantwortung der Betriebsparteien: Was sind perspektivisch wichtige Themen der Zusammenarbeit in einer digitalen Arbeitswelt?

Diskussionsplattform zu mitbestimmungsrelevanten Themenstellungen der digitalen Transformation

 

Arbeitswelt 4.0 und Big Data, das sind Schlagworte, die im Wirtschafts- und Arbeitsleben in den letzten Jahren allgegenwärtig waren. Die Corona-Pandemie führte in vielen Bereichen nochmals zu einem Innovationsschub.


Damit Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten die digitale Transformation kennzeichnen, ist ein frühzeitiger, offener, transparenter und zielorientierter Dialogprozess erforderlich. Die Beteiligung der Arbeitnehmenden in der digitalen Transformation ist – so die Erfahrung aus vielen Projekten – ein Schlüsselfaktor bei der erfolgreichen Umsetzung.

 

Deswegen bieten wir, die Kanzlei Küttner und die BetriebsräteBeratung SolidarConsult mit der Veranstaltungsreihe „StakeholderDialog“ eine Diskussionsplattform zu mitbestimmungsrelevanten Themenstellungen der digitalen Transformation an.

 

Ein gemeinsames Grundverständnis von Beschäftigten und Management wird für die erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen essenziell sein. Die Sichtweisen, Sorgen und Fragestellungen des Partners zu kennen und in den konstruktiven Dialog zu treten ist manchmal außerhalb des eigenen Unternehmens einfacher als in den etablierten Strukturen und teilweise festgefahrenen Ritualen des eigenen Unternehmens. Mit der Reihe Stakeholder Dialog bieten wir bewusst eine überbetriebliche Gesprächsplattform an und wollen so einen Austausch zwischen Mitarbeitervertretungen und VertreterInnen des Managements / der Personalbereiche fördern.

Gemeinsamer Austausch und Dialog

Zur Veranstaltung der Reihe „StakeholderDialog“ laden wir in den virtuellen Raum von Zoom ein.

Wir möchten einen Dialog starten und alle Teilnehmenden animieren, aufgrund ihrer Lebens- und Berufserfahrung wertvolle Beiträge zu leisten. Es ist daher kein klassisches Seminar mit Lehrenden und Lernenden. Die Veranstaltung soll - ungeachtet einer kurzen Einführung durch einen Impulsgeber - davon leben, dass alle Teilnehmenden ihre Erfahrungen und Einschätzungen teilen und an dem Diskurs partizipieren.

Folgender Ablauf ist daher idealtypisch mit entsprechendem Zeitbedarf geplant:

  1. Vorstellung der Teilnehmenden, Zugang / Motivation zum Thema (15`)
  2. Impulsreferat (Dr. Thomas Köllmann, Küttner RAe) (15`)
  3. Kleingruppen in zufälligen 3er-Teams zur Reflektion (10`)
  4. Input der Teilnehmenden (15`)
  5. Beantwortung offener Fragen durch Impulsgeber (10`)
  6. Offene Diskussion (20`)
  7. Fazit und Ausblick (5`)

Moderation Michael Schubek

4. StakeholderDialog

Freitag, den 5. November 2021
von 11.30 – 13.00 Uhr

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir freuen uns auf Sie!

Rückblick auf vorangegangene StakeholderDialoge

Erfolgreicher Auftakt für unsere Reihe StakeholderDialog: Gemeinsam mit Vertreter:innen des Managements, der Personalbereiche und der Mitarbeitervertretungen haben wir am 3. März 2021 im 1. StakeholderDialog über den Einsatz von KI im Recruiting diskutiert.


Zahlreiche Unternehmen werben mittlerweile mit einem vereinfachten und schnellen Bewerbungsprozess durch den Einsatz von Softwarelösungen. Dies ist mit dem Versprechen verbunden, die geeignetste Bewerberin oder den geeignetsten Bewerber ganz ohne menschliche Vorurteile finden zu können. Jedenfalls mittelfristig wird sich die Arbeit im Bereich Personal damit möglicherweise grundlegend ändern.


Einige Unternehmen sehen hierin erhebliche Chancen das Recruiting auf ein neues Level zu heben und zielgerichtet den besten Bewerber bzw. die Bewerberin zu finden. Doch unterliegt die Nutzung solcher Anwendung strengen rechtlichen Anforderungen – etwa im Bereich des Datenschutzes und des Antidiskriminierungsrechts. Daneben stellen sich zahlreiche ethische Fragen: Wieviel Entscheidungsmacht kann und möchte der Mensch aus der Hand geben? Wie transparent müssen solche Verfahren sein? Gleichzeitig sollen rechtliche und ethische Rahmenbedingungen nicht zur „Innnovationsbremse“ werden. Zur Beantwortung dieser Fragen sollten Unternehmen möglichst in breitem Konsens frühzeitig Weichenstellungen schaffen.


Unter Moderation von Michael Schubek gab es nach einem kurzen Impulsvortrag von Dr. Michel Hoffmann die Möglichkeit für einen gemeinsamen Austausch in Kleingruppen und der anschließenden Diskussion im Plenum.


Unser Fazit:

  • Auch und gerade im digitalen Format sind spannende Debatten möglich.
  • Dem Einsatz von KI im Recruiting stehen viele Vorbehalte und (nicht nur rechtliche) Fragen gegenüber: Wer versorgt mein System mit Daten? Behalten PersonalerInnen die Entscheidungsbefugnis? Wie kann eine ausgewogene Beschäftigtenstruktur sichergestellt werden? Wie kann ich Diskriminierungen verhindern?
  • Für die Einführung von KI ist daher eine Akzeptanz der Belegschaft und ein aktiver und agiler Austausch zwischen Management und Mitarbeitervertretungen unausweichlich. Nur dann kann KI eine wirkliche Unterstützung darstellen und zu mehr Vielfalt beitragen. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten!

In der zweiten Auflage unseres StakeholderDialogs ging es um den Einsatz von Corporate Influencern in Unternehmen.


In Ergänzung zu den klassischen Werbekanälen wird für viele Unternehmen der Einsatz der eigenen Belegschaft als Markenbotschafter:innen immer wichtiger. So genannte Corporate Influencer geben dem Unternehmen ein authentisches Gesicht, unterstützen Marketing und Vertrieb und wirken zugleich beim Employer Branding und Recruiting mit.


Ebenso wichtig wie die zahlreichen wettbewerbs- und markenrechtlichen Themen – etwa die Kennzeichnungspflicht von werbenden Postings – ist in diesem Zusammenhang auch eine Beachtung der arbeitsrechtlichen Fragestellungen. Diese reichen von der Gestaltung der Verträge über vergütungsrechtliche Aspekte bis hin zur Beteiligung des Betriebsrates und haftungsträchtigen Themen und den Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes.

 

Unser Fazit:

  • Unternehmen und Betriebsrat sollten möglichst frühzeitig Weichenstellungen schaffen, um gemeinsam den Einsatz von Corporate Influencern zu planen.
    Ein wichtiger Faktor kann und sollte das Aufstellen von so genannten Social Media Guidelines sein, damit ein einheitlicher Rahmen vorliegt und wesentliche rechtliche Aspekte geregelt werden.
  • Erfolgreich kann der Einsatz der eigenen Mitarbeiter als Markenbotschafter nur auf freiwilliger Basis werden. Auch sind die Vorgaben durch das Unternehmen nicht zu eng zu formulieren, damit die einzelnen Postings oder Aktivitäten authentisch bleiben.
  • Aus Sicht der Unternehmen kann die Schulung von Mitarbeitern ein wichtiger Faktor sein, dies gilt nicht nur hinsichtlich der vielschichtigen rechtlichen Herausforderungen, sondern auch um mit einer falschen Formulierung einen erheblichen Imageschaden für das Unternehmen zu vermeiden.
  • Im Hinblick auf die arbeitsrechtlichen Themen wie Vergütung, Arbeitszeit und Vertragsgestaltung sollten frühzeitig Modelle entworfen und mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten abgestimmt werden.


Wir unterstützen und begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg!

In der dritten Auflage ging es um das Betriebsrätemodernisierungsgesetz und die Auswirkungen im Alltag der Betriebsparteien

Die zunehmende Digitalisierung macht auch vor der betrieblichen Mitbestimmung nicht Halt und so wurde bereits seit mehreren Jahren eine Anpassung des Betriebsverfassungsgesetzes gefordert. Durch das im Juni 2021 in Kraft getretenen Betriebsrätemodernisierungsgesetz wurden nun digitale Betriebsratssitzungen mittels Videokonferenz – unter bestimmten Voraussetzungen – ermöglicht. Daneben wurde ein neuer Mitbestimmungstatbestand für die Ausgestaltung mobiler Arbeit eingeführt und dem Betriebsrat bei Fragen im Zusammenhang mit der Einführung von Künstlicher Intelligenz weitergehende Rechte und Ansprüche auf Hinzuziehung eines IT-Sachverständigen eingeräumt. Mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehenden Betriebsratswahlen ist weiterhin auch die Ausweitung des vereinfachte Wahlverfahren relevant.

Unser Fazit:

  • Die Möglichkeit der digitalen Kommunikation bietet für die Betriebsparteien zahlreiche Vorteile. Zugleich sollte gerade bei wichtigen Verhandlungen der direkte Kontakt nicht verloren gehen. Videokonferenzen ergänzen die Kommunikation, werden aber kein Ersatz für persönliche Gespräche und Verhandlungen sein.
  • Die neue Flexibilität kann bei rechtssicherer Gestaltung und zunehmenden Sensibilisierung der Betriebsparteien auf beiden Seiten funktionieren und die Kommunikation erleichtern. Der Arbeitgeber sollte die technischen Rahmenbedingungen schaffen, der Betriebsrat muss sodann die rechtlichen Vorgaben beachten und unter anderem seine Geschäftsordnung anpassen.
  • Der Einsatz von KI wird für Unternehmen immer wichtiger und auch die Betriebsparteien müssen technischen Sachverstand haben, um Beteiligungsrechte sinnvoll auszuüben.  Andererseits muss sichergestellt sein, dass die Hinzuziehung eines IT-Sachverständigen nur dann erfolgt, wenn dies wirklich erforderlich ist. Die gesetzlichen Neuregelungen schießen insofern über das Ziel hinaus.
  • In Bezug auf die anstehenden Betriebsratswahlen ist auf eine zeitnahe Verabschiedung der angepassten Wahlordnung zu hoffen, damit eine zeitnahe Organisation auf Grundlage der rechtlichen Neuregelungen erfolgen kann.

Wir unterstützen und begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg!

Ansprechpartner

Portraitfoto von Michael Schubeck, Geschäftsführer der SolidarConsult

Michael Schubek

SolidarConsult gGmbH

M: schubek@solidarconsult.de

T: +49 (0)151 589 02 706

www.solidarconsult.de

 

Portraitfoto von Dr. Thomas Kölmann, Küttner Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB

Dr. Thomas Köllmann

Küttner Rechtsanwälte
Partnerschaftsgesellschaft mbB

M: koellmann@kuettner-rechtsanwaelte.de

T: +49 (0)221 22286-302

Portraitfoto von Dr. Michel Hoffmann LL.B., Küttner Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB

Dr. Michel Hoffmann LL.B.

Küttner Rechtsanwälte
Partnerschaftsgesellschaft mbB

M: hoffmann@kuettner-rechtsanwaelte.de

T: +49 (0)221 22286-307

Bildnachweise: Hintergrund Titelbereich: Robynne Hu/unsplash, Hintergrund Terminbereich: Headway/ unsplash, Michael Schubek: SolidarConsult; Dr. Th. Köllmann und Dr. M. Hoffmann: Küttner RAe